Lapislazuli

Himmel auf Erden

Blau ist die Farbe des Himmels und des Wassers. Auf der Erde kehrt sie wieder im Blau der Edelsteine. Es sind besonders drei Steine, in denen sich das himmlische oder das ozeanische Blau verkörpert: der Lapislazuli, der Saphir und der Aquamarin.

Das Paradies steht auf Lapislazuli

Der Lapislazuli ist hell- bis dunkelblau gefärbt und nicht durchsichtig. In seinem Namen steckt das arabische Wort für Himmel, "Azul". Weil der geschliffene Lapislazuli mit seinen Einsprengseln von Marmor und Pyrit oft wie ein wolkiger Sternenhimmel aussieht, war er bei vielen Völkern verbunden mit der göttlichen Sphäre und galt als heilig. Vom babylonischen Mondgott Sin heißt es beispielsweise: ‚Du gehst hervor in strahlendem Karneol und Lapislazuli.' Das Paradies von Bhaishajyaguru, dem Buddha des Heilens, hat einen Boden aus Lapislazuli. Die Ägypter fertigten ganze Götterstatuen aus ihm, Griechen und Römer wählten ihn zu ihrem Schutzstein.

Aus dem Lapislazuli wurde früher das Pigment Ultramarin gewonnen, die Luxusfarbe der Malerei.

Der Saphir: himmlische Hoffnung

Bis ins Mittelalter hinein soll der griechische Name "Sappheiros" eigentlich den Lapislazuli bezeichnet haben. In der christlichen Symbolik spielte der Saphir, ein blau schimmernder durchsichtiger Edelstein, eine herausragende Rolle. Der christliche Gelehrte Hrabanus Maurus, der um 800 lebte, ordnete dem Saphir die Bedeutung "himmlische Hoffnung" zu,  und Gregor der Große sagte von ihm: "Der Saphir aber, der die Farbe der Luft zeigt, weist auf die himmlischen Werke hin, die sich in Wundern offenbaren." In der biblischen Offenbarung ist der Saphir einer der zwölf Grundsteine des neuen Jerusalem und im biblischen Buch Hesekiel wird der Stein mit dem Thron Gottes in Verbindung gebracht.

Dem göttlichen Saphir traute man einiges zu, zum Beispiel, dass er Augenkrankheiten heilen kann und aus Gefängnis und Gefangenschaft befreie dank seiner entgrenzenden Farbe. In Indien und den arabischen Ländern vermutete man in ihm sogar heilende Himmelskräfte gegen die Pest.

Seit alters her gilt der Saphir auch als Stein der Treue. So warf der Doge von Venedig an jedem Himmelfahrtstag einen Saphir-Ring ins Meer, als Zeichen der Verbundenheit und der Vermählung der Stadt Venedig mit dem adriatischen Meer.

Das Wasser des Meeres: Aquamarin

Der Name dieses Edelsteins stammt aus dem lateinischen "aqua maris" - das bedeutet "Wasser des Meeres". Er ist transparent und kommt in blassblauer bis dunkelblauer, auch ins Grünliche gehender Färbung vor. Auch dem Aquamarin wurden magische Kräfte zugeschrieben. Für die Griechen kam er aus dem Meer, aus der Schatzkammer der Meerjungfrauen, und er wurde zum Schutzstein der Reisenden und der Liebenden. Er sollte auch vor Feindseligkeit und Verrat schützen.


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